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Barack Obama
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  Er will den „Change“ in Amerika, vereint Hollywoodstars hinter sich und gilt als politisches „Wunderkind“: Barack Hussein Obama. Der demokratische Senator von Illinois hat am 4. November 2008 Geschichte geschrieben. Er ist der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten. Für viele Amerikaner bedeutet das ein Aufbruch in eine neue Zeit.

Es gab viele Experten, die nach Obamas Wahlsieg meckerten. In diesem Jahr hätte sich jeder Demokrat durchgesetzt, so die Nörgler. Zu verheerend sei die Bush-Politik gewesen, als dass die Republikaner wirklich eine Chance gehabt hätten. Diese Einschätzung mag nicht ganz unbegründet sein. Trotzdem: Barack hat auf seinem Weg ins Weiße Haus zwei Schwergewichte der amerikanischen Politik bezwungen: Zuerst gegen seine parteiinterne Konkurrentin Hillary Clinton, zuletzt gegen den Vietnam-Veteranen John McCain. Damit hat sich Obamas Losung endgültig bewahrheitet: „Yes, we can!“

Ein Schlüssel zum Erfolg war bereits beim letzten Fernsehduell zwischen Obama und McCain zu beobachten. Während der Republikaner attackierte, parierte der Demokrat jeden Angriff gelassen. Die Botschaft kam an: Dieser Mann behält auch in schwierigen Situationen die Nerven. Situationen, mit denen die Vereinigten Staaten momentan reichlich zu kämpfen haben. Und die nur gemeinsam zu bestehen sind.

Obama hatte schon im Vorwahlkampf mit einer Rede zu einem der heikelsten Themen der amerikanischen Gesellschaft brilliert, der „rassistischen Blockade“, wie er es nennt. Dabei berief sich Obama auf die Urväter der amerikanischen Verfassung und erinnerte sein Volk an den Auftrag, „a more perfekt union“ zu bilden. Das Thema war ein Heimspiel für den Jura-Professor, der sich in seiner akademischen Laufbahn intensiv mit der Rechtsgeschichte seines Landes befasst hat. Obama kennt die Konflikte zwischen Schwarz und Weiß in Amerika aus seiner eigenen Biographie. Der Vater stammt aus Kenia und wurde in der weißen Familie seiner Mutter nie akzeptiert. Die Ehe der Eltern scheiterte als Obama zwei Jahre alt war, er wuchs bei den weißen Großeltern auf. Seine eigene Identitätskrise beschreibt er offen in dem Buch „Dreams of my father“, das zum Bestseller wurde.

Die Medien lieben den gut aussehenden Mann mit der markanten Stimme und dem Talent, zu seinen kleinen Fehlern zu stehen. Obama stellt für viele Amerikaner einen neuen Typ Politiker dar, der sich selbstkritisch mit dem eigenen Beruf auseinandersetzt. Viele knüpften und knüpfen deshalb an ihn die Hoffnung, dass sich vor allem die politische Kultur in ihrem Land ändern wird. Nach den Fernsehduellen zeigte sich das sehr deutlich. Viele Wähler reagierten angewidert auf die persönlichen Angriffe der Republikaner. Immer deutlicher wurde, dass die Menschen die Nase voll von Revolver-Rhetorik haben.

Am Ende straften die Wähler die Republikaner mit einer deutlichen Niederlage ab. Kreditkrise, Kriegsmüdigkeit und eine immer größer werdende Zukunftsangst ließen die Menschen für Obama und die Demokraten stimmen. Für die Amerikaner war klar, dass sie nur eines wollten – den „Change“. Den "Change" mit Barack Obama.

Hans Ulrich Gumbrecht: Der akademische Makel
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Alexander Görlach: Obamas Siegeszug
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