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Nicht für mich!
von Péter Nádas

Vor fünf Jahren wurde das Holocaust-Mahnmal in Berlin eingeweiht. Was viele für eine herausragende Geste halten, weckt bei anderen immer noch Unbehagen. Wird das Stelenmeer den Ansprüchen an eine Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus wirklich gerecht? Eine Widerrede.

An einem Frühlingstag bin ich einmal von Paris nach Le Vernet gefahren, um zu sehen, wo das erste Konzentrationslager Europas betrieben worden ist. Die Geschichte des Lagers geht bis in die Zeit der Kolonialkriege zurück. Damals hatte man eine uralte Ziegelei für die Unterbringung von Truppeneinheiten aus dem Senegal umgebaut. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden dort österreichische und ungarische Staatsbürger interniert, später Kriegsgefangene der untergehenden Monarchie. Von dem kleinen Bahnhof in Le Vernet gingen dann im Juni 1943 und im Juli 1944 die sechs Transporte, die berüchtigten „Geisterzüge“ mit spanischen Anarchisten, spanischen Kommunisten und Mitgliedern der internationalen Brigaden, auf die wochenlange Reise, die in den Lagern Dachau und Mauthausen oder Ravensbrück ihr Ende fand.

Ich wusste, dass ich außer dem Dorfmuseum nichts mehr vorfinden würde. Ich suchte nach einem Ort des Gedenkens. Ein Bauer eggte dort gerade sein Feld, seine Frau fuhr mit dem Motorrad los, das Mittagessen zu holen. Bereitwillig wies sie mir den Weg, machte mich auf ein paar Einzelheiten aufmerksam, von denen ich ohne sie nichts hätte wissen können. Von der Allee, die das große Lager einst in zwei Hälften teilte und zu der aus den Pyrenäen wild herabstürzenden, klaren und eiskalten Ariège hinunterführte, waren noch ein paar alte Bäume übrig. Den Wasserturm, unter dessen Betonpfeilern jetzt Strohballen lagerten, erkannte ich auch allein. Den Friedhof des Lagers fände ich dort, sie wies in die Ferne. Ihre Bereitwilligkeit war eher als Zeichen zu verstehen. Sie zähle zu denjenigen Lebenden, bedeutete dieses Zeichen, die die Vergangenheit des Ortes nicht verleugnen, das Andenken in Ehren halten. Der Boden des einstigen Lagers aber ist trotzdem nur Ackerboden, der gepflügt und geeggt wird, in den gesät, dessen Ernte eingebracht wird, ihr Eigentum. Unser Gespräch wurde zum Denkmal, härter als Granit und Beton.

Wir hausen auf Menschenknochen. Jeder Mensch trachtet danach, Reserven zu horten, um zu überleben, er sucht sie irgendwo wegzunehmen, schließt sich zu diesem Zweck mit anderen zusammen, organisiert und legitimiert den Akt der Entwendung. Taktieren, Betrug, Mord und Weltzerstörung sind bisweilen die Folgen solcher Habgier. Eine Gesellschaft ohne Überlebenstrieb und Habgier lässt sich nicht vorstellen. Wir sind Menschenfresser. Die Moderne gewährt zugleich Schonung, sie deckt den Einzelnen mit seinen schrecklichen Neigungen im organisatorischen Gefüge der Gesellschaft. Der Person, die er erfolgreich beraubt und vernichtet, muss der Einzelne meist nicht begegnen, dennoch bricht nach der Tat mit elementarer Gewalt ein Gefühl von Beklemmung über ihn herein. Mit Mahnmalen kann man die Exzesse der Habgier, die Pogrome, kann man Krieg und Völkermord weder zügeln noch vermeiden, doch die kollektive Beklemmung lässt sich rituell in gewissem Maß durch Denkmaleinweihungen kanalisieren. Jetzt wird alles gut, sagen diese Bronzen und steinernen Mahnmale. Mit ihnen bittet man um Absolution für Taten von gestern, die man auch heute und morgen wieder begehen wird.

Der wunde Punkt beim Ritus der Mahnmalserrichtung ist freilich, dass die Gedenkstätte für die Opfer auch das Gedenken an die Täter wahrt. Die ermordeten Menschen werden kollektiv zum Objekt des Werks gemacht. Sie sind in jeder Hinsicht das, was sie am Ende ihres Lebens waren – absolut wehrlos.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten es einige Überlebende unternommen, der Welt reinen Wein einzuschenken. Die großen Überlebenden Tadeusz Borowski, Jean Améry, Paul Celan und Primo Levi, die beschrieben haben, was beschreibbar ist, begingen bald Selbstmord. Hans Jonas hat nach 1945 an historischem Material untersucht, ob der Mensch dazu in der Lage sei, im Überlebensinteresse auf seine Habgier zu verzichten. Nein. Adorno hat erwogen, ob mit Lyrik noch etwas anzufangen ist. Nein. Claude Lanzmann ist nach Polen gefahren, um Augenzeugen zu suchen, und ist dort auf Barbaren gestoßen, die ohne Mitleid und Reue lebten, die sich an den begangenen Übeltaten weideten, sie für natürlicher hielten als atmen. Simon Wiesenthal hat sich an die Fersen der Mörder geheftet, um sie vor Gericht zu ziehen. Bedeutender als sein Tun ist das Wissen, das er in seinem Archiv gehortet hat. Mit Sicherheit ist es nur dem Ehepaar Klarsfeld gelungen, eine auf die Person zugeschnittene Antwort zu finden. Beate und Serge passten Massenmörder an der Straßenecke ab, und der brave Spießbürger musste zum ersten Mal in seinem Leben erfahren, wie seine anonymen Gräueltaten ihn einholen. Beate Klarsfeld verpasste Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, ganz im Sinne auch meines Gerechtigkeitsgefühls, eine schallende Ohrfeige. Serge machte in jahrzehntelanger Arbeit die Fotos ermordeter Kinder ausfindig. Er wollte sie alle, jedes einzelne, so viele er nur finden konnte. Er wollte ihre ausgelöschten Gesichter zurückhaben, sie ihnen zumindest durch die Fotos zurückgeben. Unsere Böden sind dick mit menschlichem Humus bedeckt.

Auf Peter Eisenmans Steinfriedhof ist nur eine einzige Person erkennbar, der Mahnmalerbauer selbst. Ich hasse Denkmäler. Ich hasse Trauerkleider, die geheuchelten Trauergesichter der Staatsfrauen und Staatsmänner, die in Scharen zum Einweihen und Bekränzen kommen. Es ist höchste Zeit, die ganze Erdkugel zur Gedenkstätte zu erklären. Es ist das einzig wirksame Mittel gegen ihre Nekrophilie. Solange es den Lebenden nicht gelingt, aus der historischen Tretmühle von Überlebenstrieb und dem Drang zum Horten auszusteigen, werden sie sich die begangene Vernichtung vergeblich in Erinnerung rufen. Sie werden auch fernerhin nicht ohne Katastrophen auskommen. Sobald die Einweihungs- oder Bekränzungszeremonie beendet ist, werden sie losgehen, um gemeinsam zu verüben, was sie einzeln, jeder für sich, nicht wünschen. Es ist noch nie vorgekommen, dass sie die nächste Katastrophe ausgelassen hätten.

Die Idee, dass die Deutschen den ermordeten Juden Europas in der zerstörten, kulissenhaft wiedererbauten Innenstadt Berlins ein Denkmal errichten, ist nur von der Kehrseite her verständlich. Was würde es denn heißen, sofern es etwas hieße, wenn es in Deutschland neben den vielen übrigen Denkmälern nicht ein solches Denkmal gäbe?

Doch selbst von ihrer Kehrseite betrachtet, ist die Idee nicht zu Ende gedacht, denn was ist mit den deutschen Kommunisten, den deutschen Sozialdemokraten, den deutschen Katholiken, den deutschen Protestanten, den deutschen Kriminellen, was mit den deutschen Geisteskranken, den deutschen Wehrdienstverweigerern, den deutschen Fahnenflüchtigen und all denen, die von den nationalsozialistischen Deutschen im Rahmen desselben Überlebens- und Eroberungsprogramms ermordet worden sind? Was ist mit den Halbjuden, den Vierteljuden oder den zu Juden erklärten Menschen der verschiedenen Nationalitäten, die sich selbst nicht als Juden betrachteten, weil sie Atheisten oder Christen waren oder eben selbstbewusste Republikaner blieben, den Belgiern, Ungarn und Franzosen, den Deutschen, die ihr Vaterland liebten, die sich auch unter dem Druck des Zeitgeistes nicht verpflichtet fühlten, das ethnische Prinzip über das Wahlprinzip zu stellen?

Wie kann ein Denkmal es unter dem Titelwort „Judentum“ wagen, ihre persönliche Entscheidung zu missachten – und damit die Nürnberger Gesetze zu neuem Leben zu erwecken? Wer hat meinen im serbischen Bor ermordeten Onkel Miklós und meinen verschleppten und an einem unbekannten Ort ums Leben gekommenen Cousin György gefragt, ob ihnen nach dem Tod noch etwas an den Blutsbanden ihrer Abstammung liegt?

Bedenke ich die stark ausgeprägte republikanische Tradition meiner Familie, vermute ich, dass sie beide mit „Nein“ geantwortet hätten. Und was ist schließlich mit den Millionen zu Tode gehungerten russischen Kriegsgefangenen, mit den wie Hasen abgeschossenen russischen Bauern, wer wird für ihre niedergebrannten elenden Dörfer teure Denkmäler errichten? Was ist mit den in die vorderste Frontlinie gejagten oder mit Gewehrkolben von ihren Fluchtwegen geprügelten ungarischen Soldaten, die in Dreck und Schnee verrecken mussten? Was ist mit den Opfern des Widerstands und der Partisanenkriege, Polen, Franzosen, Serben, Slowenen, Slowaken, Holländer, Italiener, Russen und Tschechen, wer errichtet ihnen mitten in Berlin Denkmäler? Was ist mit den in den Ruinen ihrer Städte begrabenen Engländern? Und was ist mit den Millionen Deutschen, die nicht wollten, dass Hitler mit seinen Nationalsozialisten an die Macht kommt, bei der letzten freien Wahl dagegen stimmten und dennoch als Teil der Kriegsmaschinerie oder in den über ihren Köpfen zerbombten Städten ums Leben kommen mussten?

Seit Jahrzehnten studiere ich diese Geschichte, um sie zu verstehen. Ich könnte stundenlang aufzählen, wer alles bei dieser atavistischen Denkmalerrichtung übergangen wurde. Die ermordeten Adventisten wurden übergangen, übergangen wurden die Zeugen Jehovas, die in den besetzten Gebieten aufgegriffenen Schwarzen und all die, deren Namen, Nationalität und tatsächliche Zugehörigkeit meine unachtsame Erinnerung nicht bewahrt hat. Jeder Einzelne von ihnen wäre namentlich aufzuführen.

Als es mich dann vor fünf Jahren an das Berliner Denkmal verschlug, war der Himmel grau, es nieselte sacht. Ohne irgendeine Überzeugung betrat ich die Wege des matt schimmernden Steinmeers. Der Platz dort ist eng. Ein paar Schritte reichen, und man gerät ins Innere des eignen Gehirns. Man schreitet auf festgelegten Wegen. Keine Gedanken. Nur Bewegung, Ansichten, Wahrnehmung. Das rhythmische Aufeinandertreffen der Wege erzeugt eine begreifbare Regelmäßigkeit, sie wird im Bewusstsein zu einem Netz, das vielleicht einen Gedanken halten könnte. Nur dass eben die Unebenheiten des Bodens, Masse, Gewicht und Größe der Blöcke sich nicht ins System fügen lassen. Sie übersteigen alles. Hier bleibt der Mensch, so wie er ist, sich selbst überlassen. Höchstens die Beklemmung verbindet ihn mit anderen Wesen. Er muss so schnell wie möglich wieder von hier herausfinden. Doch nun holt ihn die Beklemmung ein. Zu tief ist er eingedrungen, er sieht nicht mehr hinaus.

Ein paar Tage später kam ich wieder, jetzt aber von einer Seite her, von der aus die Steinwelt ganz unspektakulär aussieht. Es war ein schöner, sonniger Tag. Auf einem niedrigen Block lag eine junge Frau, die abgestreifte Jacke auf dem Rucksack und den Wanderschuhen am Fuß des Blocks, so wie sie sie dort hingeworfen hatte. Einige Meter weiter hockten halbnackte junge Männer auf dem Boden und diskutierten angeregt miteinander. Schwalben schrien am Himmel. Auf den höchsten Blöcken starteten oder landeten Tauben. Und aus dem Inneren des Steinmeers vernahm man das Geschrei von Kindern, die Haschen spielten.

Wem wurde da ein Denkmal errichtet? Und wer errichtete es für wen? Peter Eisenmans Steinwüste, sein Steinfriedhof neben Berlins Brandenburger Tor gibt darauf keine Antwort. Es antwortet allenfalls auf Fragen, die wir nicht gestellt haben.

Aus dem Ungarischen von Andrea Ikker


Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe Mai 2010

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Leserkommentare
Paul Mommers (Münster) 28.07.2010
Ich habe vor kurzem selbst, die "Idee, die nicht zuende gedacht ist", wie Herr Nádas sehr schön das Holocaustmahnmal benennt, begehen, bzw. unterwandern können.
Dieses ist sehr eindrücklich, genauso wie seine Gedanken dazu. Denn auch ich empfand und empfinde, totz seiner intensiven Wirkung, die Idee dieses Mahnmals nur halb gedacht, es fehlt etwas.
Ich kann es nicht besser beschreiben, wie Sie es in Ihren sehr klaren Worten tun, Herr Nádas.
Sie machen einen innehalten, sprachlos, nachdenklich.
Danke!
Ansonsten ist mir bei meinem Besuch ebenfalls aufgefallen, dass die gen Himmel strebenden Betonsäulen offensichtlich gerne von weniger denkenden Mitmenschen als (Liege-) Stühle gebraucht werden.
Erleichtert ist mir dann weiter aufgefallen, dass es mittlerweile "Mahnmalwächter" gibt, die ebendiese an die eigentliche Bedeutung des Ortes zu erinnern versuchen.

Ich werde Ihren Beitrag noch öfters lesen,
und ich werde noch öfters diesen Platz aufsuchen.
Anastasia (Braunschweig) 18.06.2010
Es geht weniger um die Frage ob das gewählte Denkmal gelungen ist und an die Verbrechen an den Juden erinnernt, als die die Frage, warum nur die Juden? Es lässt dich nicht abstreiten, dass diese Minderheit zu dem besonderen Sündenbock der NS-Zeit erwählt wurde, jedoch war das Vorgehen gegen diese ebenso fürchterlich wie gegen all die anderen zu lebensunwürdigen Menschen bestimmten Minderheiten. Es empört mich jedes Mal zu tiefst, dass es immer nur einseitig betrachtet wird und nur diese Gruppe bis in die heutige Zeit Druck auf Deutschland ausübt und diese grausame Tat immer wieder in den Vordergrund rückt, als gebe es nichts anderes. Ich finde den Autor dieses Artikels super, denn es ist das erste Mal seit langem, dass ich etwas Kritisches dazu lese. Leider jedoch kommen solche Artikel meistens aus dem Ausland, wo die Debatte immer wieder aktuell ist. Wenn man Denkmäler, vorallem in solch einer Größenordnung und zu einem solch stolzen Preis, dann sollte es für all die Nationalitäten und Gruppen errichtet werden.. nur das wäre fair.
Hartmut Fritz (61479 Schlossborn) 16.05.2010
Das Denkmal ist absurd. Es setzt Massen von Betonklötzen an die Stelle von Menschen. Der Nationalsozialismus hat mit den gleichen Mitteln gearbeitet. Er wollte die Minderwertigkeitskomplexe der Deutschen, verursacht von der Niederlage im Ersten Weltkrieg, der Wirtschaftskatastrophe und der politischen Desorientierung, in der völkischen Massenbewegung und in einem tausendjährigen Reich auflösen. Ebenso soll das Denkmal Schuldbewusstsein der Deutschen in Gigantomanie auflösen, die an Naziarchitektur erinnert: Seht her, alle Welt, wir haben uns bekannt!
Absurd ist, in eine Steinwüste eine Betonwüste zu setzen. Die Kinder (und Erwachsenen), die dort Verstecken und Fangen spielen, verhalten sich angepasst: Das Denkmal ist Dada.
E. Heinicke (Bonn) 15.05.2010
Voriges Jahr machte der "Zug der Erinnerung" Station in meiner Stadt. Es war ein alter Zug aus der damaligen Zeit, noch mit Dampfbetrieb, mit dem die Deutsche Bahn die Deportationen in die Vernichtungslager durchgeführt hatte. Er war als Gedenkstätte mit den Fotos der transportierten jüdischen Kinder umgebaut worden, viele Fotos der Kinder und ihrer bestürzend kurzen Lebensbiografien. Es brach einem das Herz. Und sie alle sahen überhaupt nicht "jüdisch" aus auch nach damaliger offizieller Definition. Und ich dachte, auch ich hätte ebenso wie meine Geschwister so willkürlich ausgewählt worden sein können. Diese Kinder waren im selben Alter wie ich damals auch.
Was ich nie begriffen habe: Hat nie einer der NS-Schergen und ihrer willfährigen Biologen- Wissenschaftler gesehen, geschweige denn je begriffen, dass es nie eine "Dominanz der Germanischen Rasse" gegeben hat? Bei allen Kreuzungen der verschiedenen Rassen haben sich IMMER die angeblich minderwertigen Rassenmerkmale der anderen, wie zB die Hautfarbe, durchgesetzt.
Dieser Zug der Erinnerung hat in meinen Augen viel mehr zum Gedenken all der Opfer beigetragen als die schrecklichen kalten Steelen in Berlin. Hier steinerne Herzen gegen menschliches Entsetzen und große Trauer um all diese wunderbaren, willkürlich ermordeten Kinder.
Und was Lea Rosh angeht: Sie hat sich einen jüdisch klingenden Namen angeeignet, um so völlig unangemessen sich in Szene zu setzen. Billig!
Es läuft da etwas ziemlich falsch in unserem Land. Wieder einmal mehr.
Christine Herold (z.z. China) 14.05.2010
Schade. So kurz gedacht? Natürlich hat der Autor recht, aber hätte er diesen Artikel mit all diesen Versäumnissen ohne dieses Mahnmal geschrieben?
Helga Zießler (Groß Grönau) 13.05.2010
Dank für die Veröffentlichung dieses wunderbaren Textes von Péter Nádas. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wenn weiter vorn ein Anonymus schreibt "Der Artikel beweist, dass das Mahnmal seine Aufgqabe erfüllt - sich mit der Geschichte zu beschäftigen, sie nicht zu vergessen", dann hat er diesen Essay nicht verstanden. Denn genau das gelingt diesem Mahnmal nicht.
Peter Hockenholz (Kestel-Alanya/Türkei) 13.05.2010
Cicero hat einen neuen Dauerleser; Kompliment dem Autor.

Seine Ausführungen sind bewegend - und so fürchterlich aktuell. Das Unterlassen, auch die vielen Menschen, ermordet von den Kommunisten in der sogenannten DDR, mit einzubeziehen, sei seiner Nationalität geschuldet.,
Josefine Geier (Berlin) 13.05.2010
Sehr guter Artikel! Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank und meine Hochachtung an Péter Nádas.
tom appleton (wellington, NZ) 13.05.2010
interessant. ich wusste auch nicht, wer lea rosh ist oder war. ich habe dieses monument immer als irrgarten verstanden, in dem man sich verläuft und selber die auswegslosigkeit der situation eines menschen in einem KZ nachempfinden soll.

aber es ist klar, dass die leute sich über diese quadern erheben und dort sonnenbaden werden. irgendwann werden auch die giftler sich dort einfinden und sich ihre schüsse setzen, oder irgendjemanden dort umbringen.

man kann so etwas nicht als park aufziehen, es muss, wenn schon, als gedächtnisstätte funktionieren, notfalls mit einer permanenten militärischen ehrengarde und einer entsprechenden umzäunung. man kann es betreten, aber man trägt sich ein und trägt sich aus, usw. das ganze ist störend, ein stachel im fleisch. dann kann es wirken.
Karolus (Berlin) 12.05.2010
Für diesen Artikel bin ich dankbar, deutet er doch an, dass der vorgeschobene Zweck nicht erreicht wird, ja das vielmehr der ernsthafte Besucher sich durch sich deplaziert verhaltende Besucher irritiert fühlen muss. Es hätte dieses Denkmals NICHT bedurft, gab es doch vorher in Berlin bereits das Jüdische Museum und, wichtiger noch, das Haus der Wannseekonferenz.
Immer dann, wenn ich als Berliner an dem Stelenfeld vorbeifahre, muss ich an die unsägliche, sich Lea Rosh nennende Frau denken.
Spicker Ruth (Berlin) 12.05.2010
Fr.Backenzahn, gen, L.Rosh hat
sich gedenkmalt.
Ansonsten gibt es Steinquader
zum sehen und turnen.
Diese Idee des Nichtgedenkens
ist und war absurd.
Mein Vater (A 103926) war zwei Jahre in Auschwitz, danach Todesmarsch via Mauthausen, Melk und Ebensee und nur dank der GI
überlebt, aber trotzdem fast
tot "aufgefunden".
Von allen Anderen ist bei dieser Klamottenwüste nichts zu entdecken.
Wäre Fr.L.R. doch bei ihren Leisten geblieben.
Ruth Spicker.
() 12.05.2010
Der Artikel beweist, dass das Mahnmal seine Aufgqabe erfüllt - sich mit der Geschichte zu beschäftigen, sie nicht zu vergessen.
Alfred Vail () 12.05.2010
Zumindest für wem das Denkmal in Berlin errichtet wurde wissen wir: für Frau Lea Rosh.
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